Milliarden gestohlen mit Blödsinn
„Unverständlich“, „viel zu spät“: Bundesrechnungshof rechnet mit Prestigeprojekt von Merz ab
Verteidigungsministerium
Ursula von der Leyen und die hungrigen Möpse - brisante Neuigkeiten in der Berateraffäre
Katrin Suder
(l.) wird von Ursula von der Leyen im Bundesverteidigungsministerium am
Bendlerblock im Mai 2018 mit einer feierlichen Serenade verabschiedet
© Bernd von Jutrczenka / DPA
Zur Berateraffäre
im Verteidigungsministerium gibt es neue Details: Die damalige
Staatssekretärin Suder gab persönlich einen Millionenauftrag frei, von
dem auch der Beratungskonzern Accenture profitierte –
Friedrich Merz (70, CDU) mit seinem Mann fürs Digitale: Karsten Wildberger (li.,56, CDU)
Foto: TOBIAS SCHWARZ/AFP
Miriam Hollstein
04.08.2026 - 18:58 Uhr
Berlin – Er soll das „Fundament für Deutschlands digitale Zukunft“ schaffen. Die Rede ist vom „Deutschland-Stack“, einem Prestigeprojekt der Bundesregierung. Dahinter steckt eine gemeinsame digitale Infrastruktur, die dafür sorgen soll, dass Staat und Verwaltung in Deutschland schneller, einheitlicher und einfacher digital arbeiten können. Doch jetzt kritisiert der Bundesrechnungshof in einem bislang unveröffentlichten Bericht (liegt BILD vor) das Vorhaben massiv.
Entlastung schöngerechnetDer Milliarden-Trick im Anti-Bürokratie-Plan
Der große Anti-Bürokratieplan rechnet alte Entlastungen als neue Milliarden-Erfolge.
Das zuständige Digitalministerium unter Leitung von Ex-Media-Saturn-Manager Karsten Wildberger (56, CDU) habe es „versäumt“, mit dem Projekt verbundene Risiken und Abhängigkeiten zu erkennen und sauber zu planen, schreiben die Prüfer.
Besonders brisant: Wichtige technische Standards fehlen noch immer. Trotzdem wurden bereits erste IT-Lösungen beschlossen. Der Rechnungshof warnt vor teuren Nachbesserungen.
https://www.bild.de/politik/inland/b...ec2d71c8bee0a3Ausgaben nicht immer geprüft
Weitere Kritik: Das zentrale Projektmanagement-Tool zur Verwaltungsmodernisierung werde „viel zu spät bereitgestellt“. Es sei davon „auszugehen, dass das Tool den Ressorts erst über ein Jahr nach Beschluss der Modernisierungsagenda Bund bereitsteht“, heißt es in dem Bericht, der an den Haushaltsausschuss des Bundestags adressiert ist.
Auch die Kontrolle von IT-Ausgaben funktioniert nach Ansicht der Prüfer nur eingeschränkt. Tausende Vorhaben konnten nicht fristgerecht geprüft werden. Ob Ministeriumsauflagen später überhaupt eingehalten werden, sei bislang „nicht geregelt“.
