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Durchsuchungen in JVA und AG EuskirchenJustizbeamte sollen Bestechungs-Abos angeboten haben
Einsatzbeamte der Polizei durchsuchten die JVA Euskirchen wegen Ermittlungen zu einem System an Bestechungen. Foto: picture alliance/dpa/Thomas Banneyer.
Mit mehr als 200 Einsatzkräften durchsucht die Polizei Wohnungen, die JVA Euskirchen und sogar ein Büro des Amtsgerichts. Ihr Verdacht: Bestechlichkeit bei Justizbeamten und Hafterleichterungen gegen Geld - teilweise in Form von "Abos".
Sie sollen Häftlingen gegen Geld Ausgang gewährt haben: Wegen des Verdachts der Bestechlichkeit von Gefängnismitarbeitern hat ein Großaufgebot der Polizei am Morgen Teile der Justizvollzugsanstalt (JVA) Euskirchen und Wohnungen durchsucht. Rund 210 Polizeikräfte seien im Einsatz gewesen, teilten die Staatsanwaltschaft und Polizei in Bonn mit. Auch ein Büro im Amtsgericht Euskirchen sei durchsucht worden. Bei den Maßnahmen seien Mobiltelefone, Dokumente und weitere Beweismittel sichergestellt worden. Die Beschuldigten sollten für Vernehmungen zum Polizeipräsidium Bonn gebracht werden.
Die Ermittlungen richten sich den Angaben zufolge insbesondere gegen sieben männliche Justizvollzugsbeamte im Alter zwischen 37 und 58 Jahren. Sie stehen im Verdacht, als Gegenleistung für das Gewähren von Hafterleichterungen Vorteile angenommen zu haben.
Ermittelt werde auch gegen eine 39-jährige Justizvollzugsbeamtin sowie drei ehemalige Häftlinge der JVA im Alter von 30, 35 und 49 Jahren. Bei einem der früheren Gefängnisinsassen handelt es sich nach Angaben der Bonner Staatsanwaltschaft um einen Angehörigen eines berüchtigten Leverkusener Clans. Dies hatte zuerst der Kölner Stadt-Anzeiger berichtet. Gegen mehrere Clan-Mitglieder laufen zurzeit Strafverfahren, es gab bereits eine Reihe von Urteilen.
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